Tourismus

Es ist unbestreitbar, dass wir in Rheinmünster durch die Nachbarschaft der Rheinauen und Altrheine eine Naturlandschaft besitzen, die ihresgleichen sucht. Es ist leider ebenso unbestreitbar, dass sowohl unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes als auch unter demjenigen der touristischen Erschließung bisher eine Bearbeitung und Berücksichtigung dieses besonderen landschaftlichen Reichtums nur unvollkommen bzw. in ersten Ansätzen erfolgt ist.

Wir plädieren für ein Tourismuskonzept, das die ursprüngliche Schönheit der Rheinaue erhält, sie jedoch gleichzeitig für Naturtouristen zugänglicher macht als bisher.

Zahlreiche naturnahe Aktivitäten wie das Angeln, der Kanutourismus, Radfahren und das Wandern bieten sich auf unserer Gemarkung geradezu an. Es fehlt aber sowohl an einer Erschließung als auch an einer geeigneten Vermarktung.

Die Grenzlage, gegenwärtig noch als beschränkender Faktor in der Erschließung zu vermerken, könnte bei intensiverer Zusammenarbeit zu einem echten regionalen Alleinstellungsmerkmal werden. Die Nähe zum Baden-Airpark kann ein übriges tun, um die Attraktivität unserer Region zu erhöhen.

Ein geeignetes Marketing kann sowohl die Gemeinden jenseits des Rheins als auch die Region bis Baden-Baden sowie den Nordschwarzwald einbeziehen. Es sollte auf naturnahe Aktivitäten ausgerichtet sein und sich an Familien wenden. Parallel dazu entstünde so auch eine Verbesserung der Übernachtungskapazitäten innerhalb der Gemeinde.

Einige konkrete Punkte, mit deren Umsetzung man sofort beginnen kann, sind:

    • die Ausweisung weiterer Wander- und Geländewege- der Polderpfad ist ein guter Anfang.
    • Unterstützung der Einrichtung eines Weitwanderweges am Oberrhein entlang, der grenzüberschreitend sowohl links- als auch rechtsrheinisch verläuft und kulturhistorische und Natursehenswürdigkeiten geschickt miteinander verbindet.
    • Bessere Integration in bereits bestehende überregionale Tourismusattraktionen wie z.B. eine stärkere Einbindung in den Panima-Radweg. Als südliches Ende des Radweges drängt sich ein Ausbau der Radinfrastruktur für Rheinmünster förmlich auf.
    • die Einrichtung einer grundlegenden Infrastruktur für Kanuwanderer in unseren Altrheingebieten, sofern mit dem Naturschutz vereinbar (Umtragestellen, Lagerplätze usw.).
    • ein konsequentes und zielgerichtetes Marketing in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden auch jenseits des Rheins.

Rheinmünster hat ein ungeheures touristisches Potential: ein Schatz, der nur gehoben werden muß.

Kiesabbau

Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Abbau von Kies auf unserer Gemarkung. Wir setzen uns aber dafür ein, dass der Kiesabbau schonend, nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll erfolgt.

Kies war schon immer und ist auch heute noch ein wichtiger und umsatzstarker Wirtschaftszweig in Rheinmünster. Kiesvorkommen sind aber begrenzt und müssen daher sinnvoll verteilt und bewirtschaftet werden. Wir glauben daher, dass Rheinmünster von seinen vorhandenen natürlichen Ressourcen ebenso profitieren soll wie die überregionalen Kiesunternehmen, welche heute die Kiesvorkommen in Rheinmünster wirtschaftlich ausbeuten.

Es ist uns sehr wichtig, was im Anschluss an eine Ausbeutung der Kiesvorkommen geschieht. Es müssen klare Abmachungen bestehen, die eine Renaturierung nach oder bereits während der Ausbeutung der Kiesvorkommen sicher stellen. Diese Garantie muss auch bei unvorhergesehen Geschehnissen wie z.B. eine unvorhersehbare Insolvenz des Unternehmers bestand haben und darf sich nicht in Luft auflösen, wenn die Karawane weiter zieht.

Im Gegensatz zu früher sind daher Wiederherstellung statt lediglich Flächenverbrauch durch Ausbeutung also ein Thema. Ungewollte neue, zusätzliche Seen als das Endergebnis vom Kiesabbau sind kein Gewinn für Rheinmünster und werden von uns grundsätzlich abgelehnt. Mittelfristige kleine Arrondierungen an bestehenden Baggerseen sind denkbar, müssen aber in ein Zukunftskonzept passen und werden nicht automatisch befürwortet. Über langfristige, nachhaltige Alternativen die wir unseren Nachkommen anbieten können, muß VOR jeder Einwilligung oder Vertragsabschluss verhandelt werden.

Kiesabbau darf sich also nicht nur für eine Seite lohnen. Und es ist auch selbstverständlich, das Kiesabbau nicht auf Kosten einzelner Ortsteile oder einzelner Anlieger geschehen darf. Der Kiesabbau muss sich für ganz Rheinmünster lohnen.

Unter diesen Voraussetzungen unterstützen wir einen zukunftsweisenden, schonenden und verantwortungsvollen Abbau der natürlichen Rohstoffvorkommen von Rheinmünster.

Ortschaftsräte

Wir sind der Auffassung, dass die Ortschaftsräte nach über 35 Jahren des Zusammenwachsens von Rheinmünster nicht mehr notwendig sind.

Ursprünglich waren die Ortschaftsräte dafür gedacht, dass bei der Vereinigung von Rheinmünster kein Ortsteil hinten runter fällt. Ein damals sinnvoller und notwendiger Gedanke. Heute , nach über 35 Jahren des Zusammenwachsens von Rheinmünster sind die Ortschaften über ihre Gemeinderatsvertreter, Vereine, Parteien und Bürger hervorragend in den Entscheidungen von Rheinmünster integriert und berücksichtigt.

Heute fällt niemand mehr hinten runter.

Wir respektieren und honorieren die Arbeit der Ortschaftsräte von heute und aus der Vergangenheit. Wir danken ihnen für die wertvolle Integrationsarbeit die sie für Rheinmünster geleistet haben. Gerade und wegen dieser erfolgreichen Arbeit sind die Ortschaftsräte nach alter Struktur heute nicht mehr notwendig.

Viele fragen sich: Werden die Ortsteile in Zukunft in der Gemeinde eine Stimme haben?  Die Antwort ist ein eindeutiges JA. Alle Ortschaften von Rheinmünster sind durch gewählte Vertreter im Gemeinderat vertreten. Unsere Ratsmitglieder kommen aus allen Ortsteilen von Rheinmünster und können ihren Ortsteilen Gehör verschaffen.

Dies gilt sogar umso mehr, als das die heute gewählten Vertreter in den Ortschaftsräten mehrheitlich auch im Gemeinderat sitzen. Alle Gemeinderäte der CDU und SPD Fraktion im Gemeinderat sitzen auch irgendwo in einem Ortschaftsrat (Stand 2012)! Müssen Entscheidungen in Rheinmünster wirklich mehrfach von ein und denselben Personen getroffen werden? Können Ortschaftsräte als Gemeinderat gegen den Ortschaftsrat stimmen? Müssen gleiche Vorgänge von identischen Amtsträgern doppelt in zwei Gremien entschieden werden? Wenn beispielsweise Mitglieder des Ortschaftrates gleichzeitig Mitglieder des Gemeinderates sind, ist dies dann im Sinne einer kostengünstigen und effizienten Verwaltung? Ist es in Zeiten leerer Kassen noch vertretbar sich den Luxus von 28 Ortschaftsräten und 18 Gemeinderäten zu leisten?

Wir sind der Meinung NEIN. Durch das erfolgreiche Zusammenwachsen der Ortsteile zu einer Gemeinde sind die ursprünglichen Aufgaben der Ortschaftsräte entfallen. Entscheidungen für ein gemeinsames Rheinmünster sollen in Zukunft nur noch durch eine effiziente Gemeindeverwaltung und einen gemeinsamen, kompetenten Gemeinderat getroffen werden.

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